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Höhenangst überwinden

Dank meines Jobs hier bei Mammut höre und schreibe ich regelmässig über die verrücktesten Stories unserer Athleten. Ich selber leide jedoch an furchtbarer Höhenangst. Nach zwei Jahren bei Mammut ist es höchste Zeit, dieser Angst den Kampf anzusagen.

„Mammut Athlet Dani Arnold bezwingt die über 1200 m hohe Nordwand der Grandes Jorasses in genau 2 Stunden und 4 Minuten und stellt damit einen neuen Speedrekord auf.“ tippe ich eines regnerischen Montagmorgens in die Textspalte des Mammut Facebook-Accounts. Das verrückteste daran, Dani war dabei komplett ungesichert! Als wir ihn fragen, wie hoch er das Risiko bei dieser Tour einschätzt, antwortet er, dass er sich dank seiner gründlichen Vorbereitung eigentlich nie gefährdet gefühlt hat. Dank meines Jobs hier bei Mammut höre und schreibe ich regelmässig über die verrücktesten Stories unserer Athleten.

Ich liebe die Berge und verbringe einen grossen Teil meiner Freizeit beim Snowboarden und Mountainbiken. Wenn es jedoch darum geht, Wände hochzuklettern oder auf Graten mit atemberaubenden Weitblick entlang zu gehen, bin ich bisher „noch“ nicht in der Mammut-Welt angekommen. Ich habe furchtbare Höhenangst. In Gondelbahnen schliesse ich die Augen und manchmal bekomme ich beim blossen Ansehen der Videoaufnahmen unserer Athleten-Projekte schwitzige Hände. Nach zwei Jahren bei Mammut ist es höchste Zeit dieser Angst den Kampf anzusagen und herauszufinden, was so viele von uns Woche für Woche dazu bringt sich freiwillig 100 Meter über dem Boden an ein Seil zu hängen!

Das Gebiet rund um Andermatt bietet alles, was das Bergsteigerherz begehrt und ist damit der ideale Standort für unsere Mammut Alpine School. Vom einfachen Gletschertrekking bis zur anspruchsvollen Gipfeltour findet hier jeder sein Bergerlebnis. Ich entscheide mich für den Klettersteig für Einsteiger.

Der Vorteil beim Klettersteig ist, dass man durchgehend an einem Drahtseil mit einem speziellen Klettersteig-Set gesichert ist. Dieses wird alle paar Meter verankert. Das heisst, dass alle Karabiner einzeln nacheinander umgehängt werden müssen. Wenn man hier also keinen Fehler begeht, ist man jederzeit gesichert.

Nach einer kurzen Theorie-Session macht sich unsere kleine Gruppe zusammen mit Bergführer und technischem Leiter der Mammut Alpine School Markus Wey auf den Weg zum Einstieg des Diavolo-Klettersteigs. Es liegt dichter Nebel über der Schöllenenschlucht und man sieht kaum weiter als 10 Meter. Hoffentlich bleibt der Nebel so dicht, denke ich mir. Gleich beim Einstieg wartet die erste Herausforderung. Hier gibt es nur wenige der klassischen Eisentritte und man muss sich direkt am Fels festhalten. Die erste grosse Challenge ist das Umhängen. Dafür muss ich die am Felsen festklammernde Hand lösen. Jetzt bloss nicht herunterschauen, denke ich mir. Volle Konzentration ist gefragt. Tritt für Tritt, Griff für Griff bis zum nächsten Plateau.

Das ging schon mal ganz gut. Es erstaunt mich, wie schnell ich Vertrauen ins Material gefasst habe und wie zügig ich vorankomme. Und der grosse Vorteil: Auf dem Vorsprung konnte ich mich umdrehen und einen Blick nach hinten werfen. Denn: ausser dem dichten Nebelmeer gab es da sowieso nichts zusehen. Keine Sicht, keine Höhenangst. Nach ungefähr zwei Stunden erreichten wir ohne grössere Probleme den Ausstieg. Ehrlich gesagt war ich selbst sehr erstaunt, wie einfach es mir gefallen ist. Insgeheim war ich froh, dass es endlich vorbei war, aber irgendwie fühlte ich mich vom Nebel auch etwas betrogen, da ich wohl nur dank ihm so wenig Probleme hatte.

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Und gleich noch einmal

Da wir am Tag darauf nochmals in Andermatt waren, und die Wettervorhersage Sonnenschein und einen klaren Himmel versprach, entschied ich mich, es gleich nochmals zu versuchen. Erstaunlicherweise fiel es mir tatsächlich ziemlich leicht, mich voll und ganz auf die Route zu konzentrieren und den Abgrund komplett auszublenden. Nach der Hälfte der Route tat ich etwas, das wäre mir zwei Tage zuvor nicht einmal im Traum eingefallen. Ich hielt mitten auf der Leiter an, wendete meine Kopf und schaute nach unten. Ein bisschen mulmig war mir schon dabei, aber ich konnte auch tatsächlich danach den Rest des Aufstiegs geniessen.

Mein Fazit: Höhenangst kann überwunden werden! Ich werde jetzt nicht von heute auf morgen ohne die geringste Angst die Gipfel der Alpen besteigen. Aber mit kleinen Schritten kann man Vertrauen in seine Fähigkeiten sowie das Sicherheitsmaterial gewinnen. Sehr geholfen hat mir auch unser Bergführer Markus, der mit seiner ruhigen, professionellen Art stehts zur Seite stand. Mein nächstes Ziel: In der Bergbahn aus dem Fenster schauen und versuchen auch hier die Aussicht zu geniessen!

Möchtest du auch mit der Mammut Alpine School auf die Tour? Hier kannst du buchen.

Wir beraten dich gerne
Unser Team steht vom Montag bis Freitag von 09.00-12.00 und von 14.00-17.00 Uhr telefonisch zur Verfügung.

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