Piz Palü 3900 m Panorama

MIT DER MAMMUT ALPINE SCHOOL AUF DEN GIPFEL

Interview mit Markus Wey, seit mehr als 40 Jahre Bergführer und technischer Leiter der Mammut Alpine School

Das Engadin -  ein Hochtal im Schweizer Kanton Graubünden  - ist geprägt von Gegensätzen. Die einzigartige Zusammensetzung aus imposanten Gletschern, schmalen Graten, spitzen Höhen und blauen Bergseen lassen jedes Bergsteigerherz höher schlagen. Wir haben bei Markus Wey, technischer Leiter der Mammut Alpine School, nachgefragt, welche Bergtour er ganz besonders empfehlen kann und wie man sich ideal darauf vorbereitet und ausrüstet.

 

Markus, was macht das Engadin so besonders?
Ich komme immer sehr gerne ins Engadin. Die Kombination von Wäldern, Seen und dem Hochgebirge macht es zu einem sehr imposanten Gebiet. Insbesondere der Piz Bernina mit seinem fantastischen Rundblick vom Ortler bis zum Monte Rosa ist für mich jedes Mal erneut ein Höhepunkt.

Die Mammut Alpine School bietet eine grosse Auswahl an Bergtouren über den ganzen Alpenraum verteilt an. Welche Tour im Engadin würdest du empfehlen?
Die Tour auf den 3901 Meter hohen Piz Palü ist definitiv ein Highlight in unserem Programm. Man geniesst das Panorama im Bernina Massiv und bewegt sich Schritt für Schritt auf das Highlight, den Gipfel des Piz Palü, zu. Drei wirklich wundervolle Tourentage.

Welches Training setzt die Teilnahme an einer Tour dieser Art voraus?
Pro Tag sind wir etwa 3-6 Stunden unterwegs und steigen rund 1200 Höhenmeter. Hier ist auch zu beachten, dass wir uns auf über 3000 Metern Höhe bewegen und der Körper deutlich stärker belastet wird als im Flachland. Obwohl wir den Aufstieg langsam angehen und dem Körper Zeit geben sich an die Höhe zu gewöhnen, sollte man sich im Voraus mit mehrstündigen Berg- und Wandertouren gezielt auf die Gipfelbesteigung vorbereiten. Zur noch besseren Akklimatisation ist eine zusätzliche Übernachtung im Engadin, also auf 1800 Meter über Meer, empfehlenswert.

Wie sieht hierzu ein ideales Konditionstraining aus?
In Punkto Kondition sollte mit erhöhter Herzfrequenz trainiert werden - zum Beispiel beim Joggen mit Intervalltraining. Man beschleunigt mehrmals kurzfristig und jagt den Puls in die Höhe (über 120) und lässt danach den Körper beim langsameren Joggen sich aktiv erholen. Da der Puls in grösseren Höhen automatisch steigt, ist Leistungsfähigkeit essenziell und es wäre alles andere als optimal, wenn man bereits bei einem Puls von 130 am Limit ist.

Welche Voraussetzungen muss der Teilnehmer sonst noch mitbringen?
Besonders wichtig ist die Trittsicherheit abseits von Bergwegen. Das heisst, dass man mit Gleichgewichtstraining über Steinblöcke das Vertrauen zu den Schuhsohlen bekommt. Dies muss unbedingt im Voraus trainiert werden, damit Sicherheit beim Auf- wie auch beim Abstieg vorhanden ist. An den ersten zwei Tagen betreiben wir auf den Touren viel Ausbildung. Die Guides geben Tipps und instruieren das richtige Verhalten im Hochgebirge. Die Tour ist jedoch nicht für Einsteiger geeignet. Dazu empfehle ich die Teilnahme einer unserer Einsteiger-Touren.

Welche Einsteiger-Bergtour empfiehlst du?
Ich empfehle die Tour am Sustenhorn.  Hier lernst du in drei Tagen die wichtigsten Grundlagen wie Grundknoten, Gehen mit Steigeisen, Umgang mit Eispickel und Gehen am Seil. Und das alles bei fantastischer Aussicht.

Auf was muss bei der Ausrüstung besonders geachtet werden?
Das Wichtigste ist ein passender Schuh. Dieser sollte besonders stabil im Sohlen- und Knöchelbereich sein und vor der Tour unbedingt eingelaufen werden. Hierzu lege ich jedem ans Herzen sich individuell vom Experten im Fachgeschäft beraten zu lassen. Bei den Kleidern ist der Schutz gegen Nässe und Wind entscheidend. Ich kann zum Beispiel die Nordwand Advanced Jacke in Kombination mit der Nordwand Pro Hose empfehlen.

Was empfiehlst du all denen, welche das Engadin lieber ohne Seil und Steigeisen erkunden möchten?
Das Engadin bietet eine Fülle von Bergwanderungen aller Schwierigkeitsstufen. Auch lohnt es sich immer wieder die wunderschönen Seen und Dörfer im Hochtal zu erkunden. Gemütlich kann zum Beispiel vom Bahnhof Pontresina durch das Val Roseg  zum Hotel Roseggletscher spaziert/gewandert werden. Sollte man für den Rückweg zu müde sein, kann auch mit einer Pferdekutsche gefahren werden.

Autor Markus Wey

Markus Wey ist technischer Leiter bei der Mammut Alpine School und seit mehr als 40 Jahren Bergführer.

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